Weltnotwerk Spendenaktion

Weltweite Solidarität in der Corona-Krise

Köln/Fulda, 27. Mai 2020. Nicht nur die weltweite Medienberichterstattung lässt uns aufhorchen. Insbesondere die Berichte unserer Partnerorganisationen weltweit machen uns betroffen. Hunderttausende Menschen in den Ländern des Südens, in Afrika, Lateinamerika und Asien sind in ihrer Existenz bis hin zum Leben bedroht.

Fehlende Sozialsysteme und damit entsprechende Absicherung einerseits und harte Maßnahmen zum Schutz gegen COVID-19 andererseits sind ein Grund für die bedrohliche Lage. Durch stringente Ausgangssperren wird vielen Menschen die, sowieso schon kaum tragende, Existenzgrundlage entzogen: sie können ihrem Erwerb nicht nachgehen. Menschen im informellen Arbeitssektor haben teilweise seit zwei Monaten keinerlei Arbeitsmöglichkeiten bzw. Einkünfte mehr. Nicht wenige hungern und sind auf solidarische Hilfe angewiesen.

Gerade die KAB-Partnerbewegungen sind intensiv dabei „Solidarische Hilfe“ zu organisieren. Wie notwendig dies ist, macht auch Kardinal Alvaro Ramazzini, Huehuetenango (Guatemala) in einem Interview mit Partnern hier in Deutschland deutlich. Auf die Frage, was weiße Fahnen an vielen Häusern gerade im Hochland von Guatemala bedeuten erläutert er, dass diese Menschen keinerlei Lebensmittelvorräte und auch keine Mittel zum Kauf von Lebensmitteln mehr haben. Das Problem der chronischen Unterernährung von Kindern wird hier nochmals deutlich verschärft.

Kardinal Alvaro Ramazzini, Guatemala:

„Eines unserer großen Probleme ist, dass viele Menschen nicht genug zu essen haben, vor allem diejenigen, die im informellen Sektor arbeiten, keinen festen Lohn verdienen oder die entlassen wurden. Eine wichtige Aufgabe ist es jetzt also, den Menschen zu helfen, damit sie genug zu essen haben. Ich glaube, das ist momentan die größte Herausforderung, vor der wir stehen - außer der Herausforderung einer Eindämmung der Pandemie: genügend Lebensmittel bereitzustellen. Hier in Guatemala ist das Problem der chronischen Unterernährung, vor allem bei Kindern, auch ohne Corona sehr ernst. Es fehlt eine gesunde und reichhaltige Ernährung, das ist ohnehin eine große Herausforderung für viele Menschen im Land, und jetzt, wo es keine Arbeit gibt, verschärft sich dieses Problem natürlich noch.“ 

Diese Aussage steht stellvertretend für die Situation in anderen lateinamerikanischen aber auch afrikanischen Ländern und wird von unseren Partnerbewegungen u. a. in Guatemala, Peru, Brasilien und Uganda bestätigt. Peru z.B. belegt Platz 12 der am stärksten von COVID-19 betroffenen Ländern. Derzeit (20.05.) steigt die Zahl der Infizierten täglich um 5.000.
Regional verschärft sich diese Lage auch noch. So kämpfen in einigen Regionen Perus nach Informationen aus der JOC Peru (CAJ) viele Menschen gegen die Folgen einer seit Oktober 2019 herrschenden Dengue-Epidemie und zunehmenden Malaria-Fällen. Eine desolate Infrastruktur im Gesundheitswesen steht in der Corona-Pandemie vor einem Kollaps.

Die UN befürchtet in Lateinamerika für das Jahr 2020 eine Zunahme der Armutsquote auf 34,7 %, d. h. 29 Millionen Menschen werden in zusätzlich in Armut „abrutschen“.

Aus UN-Bericht zu Lateinamerika:

Laut einem UN-Bericht wird die Armutsquote in Lateinamerika und der Karibik im Jahr 2020 infolge der Corona-Pandemie um 4,4 Prozentpunkte von 30,3 auf 34,7 Prozent und damit die Zahl der Armen von 186 Millionen im Jahr 2019 auf 214,7 Millionen ansteigen ‒ also um fast 29 Millionen Menschen. Die extreme Armut wird um 2,5 Prozentpunkte von 11 auf 13,5 Prozent zunehmen, was 16 Millionen Menschen mehr entspricht.

Nicht minder erschreckend sind die Nachrichten, die uns über die CWM Uganda erreichen.

„Seit dem Beginn der Covid-19-Krise sind in Uganda die Preise für Grundnahrungsmittel um über 30% gestiegen. Vorhandene persönliche Vorräte wurden von den meisten Menschen aufgebraucht, in einigen Regionen wurden diese durch die Überschwemmungen der letzten Tage zerstört. Allein im Westen Ugandas standen die Häuser von 30.000 Menschen unter Wasser, was u. a. zur Folge hatte, dass das Trinkwasser mit Bakterien und Fäkalien verschmutzt wurde.

Zur Minderung der akuten Not und den Folgen der Pandemie werden derzeit Hilfsaktionen u. a.

  • von der KAB DV Freiburg zusammen mit der MTC Peru,
  • von der KAB DV Rottenburg-Stuttgart und der KAB DV Regensburg mit der CWM Uganda,
  • von der KAB DV Fulda mit der MTC San Marcos, Guatemala und
  • von der KAB DV Limburg mit der MTC Brasilien

initiiert und entsprechend regional zu Spenden aufgerufen.

Spende und Kontakt

Unter dem Stichwort „Coronahilfe – weltweit“ können Spenden auch an den Weltnotwerk e.V.
IBAN: DE80 3706 0193 0016 1510 25
BIC: GENODED1PAX
überwiesen werden.

Auf Wunsch werden auch entsprechende Zuwendungsbescheinigungen ausgestellt

Die „Coronahilfe – weltweit“ wird koordiniert vom Vorsitzenden des Weltnotwerks e.V., Michael Schmitt, der auch als Ansprechpartner zur Verfügung steht. Evt. Nachfragen und Anregungen bitte direkt an: 
michael.schmitt@kab-fulda.de.

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