05.12.2019

Gesetzgeber muss Arbeitnehmer der Plattform-Ökonomie absichern

Zeitweise abhängig Beschäftigte brauchen auch in der digitalen Plattform-Ökonomie eine soziale und arbeitsrechtliche Absicherung. Dies fordert die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) angesichts des Crowdworking-Urteils des Münchener Landesarbeitsgerichts.

„Das Münchener Urteil muss endlich die gesellschaftliche Diskussion zur Zukunft der Arbeit nachhaltig anstoßen. Denn bereits heute arbeiten fast fünf Prozent der über 18-Jährigen im Bereich Crowd- und Clickworking“, so Andreas Luttmer-Bensmann, Bundesvorsitzender der KAB Deutschlands.   

Der katholische Sozialverband kritisiert, dass die Politik dieser wachsenden Form von Arbeit im Bereich der Scheinselbstständigkeit und Freelancer die soziale Absicherung weitgehend versagt bleibt. „Die große Mehrheit der in der Plattform-Ökonomie Beschäftigten erreicht nur knapp einen Stundenlohn in Höhe des derzeitigen Mindestlohns“, erklärt Luttmer-Bensmann. Dem gegenüber stünden Online-Unternehmern, die Milliarden-Gewinne einfahren ohne angemessen Steuern zu zahlen.

„Ein Arbeitsvertrag beginnt mit der Bereitstellung von Arbeitstätigkeiten einerseits und der Annahme derselben andererseits“, so der KAB-Bundesvorsitzende.  Das Münchener Urteil sei ein Weckruf an die Politik und den Gesetzgeber, endlich rechtliche und soziale Rahmenbedingungen für das Heer von Beschäftigten in der Plattform-Ökonomie zu schaffen. „Ein Arbeiten und Leben in Würde und sozialer Sicherheit muss auch in einer Arbeitswelt 4.0 Gültigkeit haben“, so Luttmer-Bensmann.

Die KAB setzt sich mit einem Bedingungslosen Grundeinkommen für den Umbau der heutigen Erwerbsarbeitsgesellschaft in eine Tätigkeitsgesellschaft ein, in der alle Formen menschlicher Arbeit gleichwertig gestaltet sind. 

Rechte für Clickworker - Wo beginnt ein Arbeitsverhältnis in der Plattform-Ökonomie?

Die Zukunft der Arbeit muss sozial gerecht und menschenwürdig gestaltet werden. Fotos: Rabbe

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