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24.06.2019

Digitalisierung: Rat-Schlag positioniert sich zur Arbeitswelt 4.0

Mit einer klaren Positionierung zur Digitalisierung in der Arbeitswelt endete der Rat-Schlag der KAB Deutschlands in Augsburg. Nicht Ohnmacht oder Angst, sondern ein energischer Gestaltungswille die digitale Arbeit menschenwürdig zu gestalten, prägte den intensiven dreitägigen Diskurs der Teilnehmer*innen zu den Chancen und Risiken der zukünftigen Arbeitswelt 4.0.

"Wer die Chancen der Digitalisierung nutzen will, muss auch von ihren Risiken reden. Aus dem Selbstverständnis unseres Verbandes und auf Grundlage der Soziallehre der Kirche haben wir insbesondere diejenigen im Blick, die zu den Schwächsten in der Gesellschaft gemacht werden und deshalb von den Risiken besonders betroffen sind", erklären die Teilnehmenden des Rat-Schlags in der Präambel eines Positionspapiers.

In vier sogenannten Arenen diskutierten und erarbeiteten die Teilnehmenden des Rat-Schlags die Themen "Digitale Arbeit und Einkommen", "Digitale Arbeit und Arbeitsorganisation", "Digitale Arbeit und Zeit" sowie "Digitale Arbeit und Ökologie". Um digitale Arbeit menschenwürdig gestalten zu können, bedarf es wichtiger Leitplanken zum Schutz der Arbeitnehmer*innen. Die Teilnehmenden haben sechs unerlässliche Rahmenbedingungen erarbeitet, damit die Würde der Arbeitenden in einer digitalen Arbeitswelt 4.0 gewahrt bleibt. 

 

Zeitsouveränität 

Es bedarf einer Zeitsouveränität, die dem Einzelnen Freiraum und Zeit für Qualifizierung und Bildung ermöglicht. Digitalisierung darf nicht zur Entgrenzung der Lebens- und Arbeitszeit führen, daher soll die Arbeitszeitgesetzgebung mit dem arbeitsfreien Sonntag und dem 8-Stunden-Tag auch in der digitalen Arbeit festgeschrieben werden.

Mitbestimmung

Um den Arbeitenden in einer digitalen Wirtschaft demokratische Mitbestimmungsrechte zu ermöglichen, soll das Betriebsverfassungsgesetz und die Unternehmensverfassung ausgebaut werden. Um die Mitbestimmung zu stärken, fordern die Rat-Schlagenden die Einführung eines Arbeitsgesetzbuches und eine konzertierte Aktion der Berufsverbände, Kammern, Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften. 

Mindestlohn

Alle Formen menschlicher Arbeit müssen einen Mindestlohn erhalten, der armutsfest ist und zum internationalen Standard wird. Die Durchsetzung des Mindestlohns soll durch stärkere Kontrollen gewährleistet werden.

Verteilungsgerechtigkeit

Durch ein anderes Steuersystem, das personalintensive Betriebe entlastet und gleichzeitig Digitalisierungsgewinner stärker belastet und eine Finanztransaktionssteuer einführt.

Ressourcenschonung

Die Digitalisierung muss helfen, ökologische Ziele zu erreichen. Mit einer Unternehmenshaftung in den Lieferketten soll ein erster Schritt zu Umwelt- und Arbeitsstandards erreicht werden, die ein nachhaltiges Wirtschaften ermöglichen. 

Entkoppelung von Arbeit und Einkommen

Ein Garantiertes Grundeinkommen ist entscheidend für ein menschenwürdiges Leben in einer digitalen Arbeits- und Wirtschaftswelt. Die Teilnehmenden des Rat-Schlags fordern eine offene Debatte und eine rasche Einführung des garantierten Grundeinkommens.

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