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Freigerichter Werksgottesdienst in der Kelterei Trageser in Altenmittlau

Freigericht - Mai 2006
„Familie: Kraftquelle und Zukunft" Unter diesem Leitwort stand der Freigerichter Werksgottesdienst, der erstmals gemeinsam vom KAB-Unterbezirk Freigericht und der Kolpingfamilie Altenmittlau gestaltet wurde. Eingerahmt von den Bannern der beiden Sozi-alverbände feierte KAB-Unterbezirkspräses Dechant Stefan Buß zusammen mit Brasilienmissionar Gerhard Henning im großen Lagerraum der Kelterei Trageser in Altenmittlau den Gottesdienst.

Seit dem Jahre 1983 finden diese Werksgottesdienste regelmäßig in der ersten Maiwoche statt. Zu Beginn seiner Ansprache stellte Dechant Buß fest, dass auch die Institution Familie von tiefgreifenden Wandlungen in Gesellschaft und Kultur betroffen sei. Dieser Wandlungsprozess gehe mit positiven wie negativen Aspekten einher. So sei man sich einerseits mehr der persönlichen Freiheit bewusst, setze sich stärker für die Würde der Frau ein und bemühe sich intensiver um die Erziehung der Kinder. Hier und da entdecke man auch wieder neu die der Ehe und Familie eigene kirchliche Sendung und Berufung, wie es das Zweite Vatikanische Konzil forderte und später von Papst Johannes Paul II. in seinem apostolischen Schreiben „Familiaris consortio" wiederholt wurde. Dies sei aber nur die eine Seite der Medaille. Anderseits gebe es Anzeichen eines Wertewandels, der auch vor den Grundfesten der Familie nicht Halt mache. Buß weiter: „Unter dem Vorwand einer falsch verstandenen Selbstverwirklichung wächst eine Antilife-Mentalität, die vor allem im schwächsten Glied, dem Kind, einen Feind sieht, der beseitigt werden muss."

In diesem Zusammenhang verwies Buß auf ein verändertes Familienverständnis, das nicht mehr auf der sakramentalen Ehe aufbaue, sondern von so genannten „Familienformen" oder „Ehealternativen", die gesetzlich gleichgestellt würden, geprägt sei. Besonders Besorgnis erregend sei der zunehmende Verlust an Bindungsfähigkeit und die steigende Zahl an Ehescheidungen, selbst unter Gläubigen. Mittlerweile werde in Deutschland jede 2,4. Ehe geschieden. Bei den Gläubigen sei jede 3,5. Ehe betroffen. Zudem mache sich mehr und mehr ein „krasser Materialismus" und „zügelloser Individualismus" breit, der das Fundament der Familie erschüttere. Was kann die Kirche in dieser Situation tun? Laut Buß müsse die Kirche - ob gelegen oder ungelegen - zum einen immer wieder ihr christliches Leitbild von Familie den Menschen in Erinnerung rufen. Zum anderen, sollte die Kirche in der Praxis auch sensibel reagieren, wenn es etwa um die Situation von Alleinerziehenden gehe. An dieser Stelle nannte er mehrere Elemente für ein christliches Leitbild von Familie. So sei die Familie ein Hort des Urvertrauens zueinander. Hier erfahre der Mensch in allen Dimensionen die Grundelemente menschlichen Daseins: Freude und Leid, Liebe und Partnerschaft, Versagen und Vergeben, Treue und Hingabe. Auch müsse von allen gesellschaftlichen Gruppen ein kinder- und familienfreundliches Klima gefördert werden. Die staatliche Kinder- und Familienförderung sollte daher familienfreundlicher gestaltet werden. Buß: „Es dient dem Wohl aller Menschen,
wenn es den Familien gut geht."

Abschließend ging der Unterbezirkspräses noch auf den Aspekt „Familie als Hauskirche" ein. Gerade die Familie sei der Ort der ersten Hinwendung zu Gott. Betende Eltern seien durch keinen Religionsunterricht zu ersetzen. In Anbetracht dessen, dass die Familie „Hauskirche" sei, müsse die Familienpastoral absolute Priorität haben. Grundsätzlich gelte der KAB-Slogan: Familie muss Vorfahrt haben! (Andreas Weider/Walter Iffland)

Podiumsdiskussion der KAB Freigericht zur Kommunalwahl

Die Presseveröffentlichung zur Podiumsdiskussion lesen Sie H I E R