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Unterschriftenkampagne der KAB

„Gleicher Lohn für gleiche Arbeit - Leiharbeiter schützen“

Fulda - 26.03.2010. Die KAB Bezirksverband Rhön/Vogelsberg startet mit einer Unterschriftenkampagne unter dem Motto „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit - Leiharbeiter schützen“. Sie fordert, dass Leiharbeiternehmer künftig mindestens nach gleichen Bedingungen entlohnt werden wie ihre fest angestellten Kollegen. Aufgrund der von ihnen geforderten höheren Flexibilität sollte ihnen nach dem Vorbild Frankreichs sogar ein entsprechender Zuschlag gewährt werden. 

Anlass für diese Maßnahme sind einerseits die zunehmenden Versuche von Arbeitgebern wie z. B. Schlecker oder auch gerade im Pflegebereich kirchliche Unternehmen, über Leiharbeiter Personalkosten zu drücken und andererseits die von gewissen Politikerkreisen forcierte unsachlichen Diskussionen um Hartz IV. „Weder die Flucht von regulären Arbeitsverhältnissen in die Leiharbeit noch die menschenunwürdigen Darstellungen des FDP-Vorsitzenden und Außenministers Westerwelle können von der Gesellschaft einfach so hingenommen werden“ berichtet KAB Diözesansekretär Michael Schmitt aus dem Bezirksvorstand. Man dürfe nicht die Augen davor verschließen, dass in vielen Gebieten annähernd 25 % der Hartz IV Empfänger sogenannte „Aufstocker“ sind. Dies bedeutet, dass ihr Arbeitseinkommen, in vielen Fällen sogar in Vollzeitarbeitsverhältnissen, unterhalb des Existenzminimums liegt. Eine Ursache dafür sieht die KAB in der Ungleichbehandlung von Leiharbeitern.

Mit der Forderung nach einer Änderung des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes verfolgt die KAB mehrere Ziele. Es müsse aus ethischen Gesichtspunkten eine „Zweiklassengesellschaft“ von Arbeitnehmern verhindert werden, die Zahl der Hartz IV Empfänger könne damit verringert werden und zukünftige, vor allem im Bereich des Alters, „Armutsfallen“ können entschärft werden.

„Es ist unwürdig, dass es sich eine Gesellschaft leistet, dass erwerbsarbeitende Menschen so schlecht bezahlt werden, dass Sie zusätzliche Sozialleistungen benötigen und damit auf Dauer in eine Abhängigkeit von diesen Leistungen geraten“ zielt Schmitt in Richtung einer im Rentenalter unzureichenden Versorgung derselben. Schmitt weiter: „Wir sind uns bewusst, dass dies nur ein kleiner Teilbereich der gesamten Problematik ausmacht, aber es gilt jetzt anzufangen hier Änderungen in die richtige Richtung anzustoßen“. 

Wer die Forderungen der KAB nach „gleichen Arbeitsbedingungen für gleiche Arbeit“ sowie einem zusätzlichen Flexibilitätszuschlag für Leiharbeiter, wie in Frankreich praktiziert, unterstützen möchte, kann entsprechende Unterschriftenlisten bei der KAB unter Telefon 0661-73433 oder per E-Mail anfordern bzw. hier herunterladen.