
Solidaritätsadresse der KAB Bezirksverband Rhön/Vogelsberg
und Aufruf zur Beteiligung an der Protestaktion am 22. Januar 2010
Liebe Kolleginnen und Kollegen in der DURA,
mit Betroffenheit haben wir in den letzten Wochen erfahren müssen, dass das systematische Ausbluten eines heimischen Konzerns noch kein Ende gefunden hat. Geschäftsführung und Finanziers einer in der osthessischen Region verwurzelten und früher auch eng verbundenen Firma hetzen hinter „Profit-Rates“ im Stil wohlbekannter „Heuschrecken“ her. Die regionale Verbundenheit und auch ein Betriebsergebnis, das alles andere als negativ ist, hält die von Profitgier geleiteten Verantwortlichen nicht davon ab, den Mensch als Produktionsmittel an hinterste Stelle zu setzen. Jahrzehntelange Betriebszugehörigkeit und damit verbundene Identifikation der Arbeitnehmer mit dem Betrieb und im Einsatz für den Betrieb zählen Nichts mehr.
Für unser Verständnis als katholischer Sozialverband ist ein solches Vorgehen mit einem Wort zu bezeichnen: unchristlich. Alle Grundwerte des Zusammenspiels zwischen Mensch und Wirtschaft, die zum Aufbau unseres Landes und auch des Konzerns DURA noch eine Rolle spielten, werden mit Füßen getreten. Prinzipien der christlichen Gesellschaftslehre werden ad absurdum geführt. Wo bleibt der Grundsatz „Der Mensch steht vor dem Kapital“. Begriffe wie „Recht auf Arbeit“ und damit verbundene „menschliche Würde“ scheinen den Entscheidungsträgern weitestgehend unbekannt. Über die christliche Ethik hinaus sehen wir im „Fall“ der DURA auch einmal mehr der Verfassungsgrundsatz der Sozialverpflichtung des Eigentums verletzt.
In diesem Sinne fordern wir Geschäftsleitung und Entscheidungsträger auf, ihre, gegen die Arbeitnehmer und deren Familien in Osthessen, getroffenen Entscheidungen zu überdenken und zu revidieren.
Euch, Kolleginnen und Kollegen sprechen wir unsere Solidarität aus und hoffen mit Euch, dass Eure heutige Protestveranstaltung solche Aufmerksamkeit erreicht, dass noch mehr Menschen unserer Region sich mit Euch solidarisieren und mit Euch gemeinsam Widerstand gegen die unsozialen Entscheidungen leisten.
Mit kollegialem und solidarischem Gruß
Michael Schmitt, KAB Diözesansekretär






